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Mit der Rikscha durch Südostasien - Ein Reisebericht von Thomas Bauer


3500 Kilometer durch Südostasien

Thomas Bauer im Gespräch mit Joerg Schumacher


Acht Wochen lang ist GI-Mitarbeiter Thomas Bauer mit einer Rikscha in Südostasien unterwegs: fünf Länder, 3500 Kilometer, unzählige Eindrücke. Wir haben vor der Reise ein Gespräch mit dem Weltenbummler geführt:

Wie entstand die Idee zu dieser Reise?

Reisen und Schreiben sind zwei Sachen, die ich gerne mache und die für mich auch zusammen gehören. Das zu kombinieren ist das, was ich immer machen wollte. Im Jahr 2001 bin ich den Jakobsweg von Konstanz aus entlang gelaufen. Das war meine erste außergewöhnliche Reise, über die ich dann auch ein Buch veröffentlicht habe. Im letzten Jahr war ich in Südamerika und bin mit dem Kajak die Donau bis zum Schwarzen Meer entlang gefahren, bin also durchaus ein bisschen abenteuererprobt. Jetzt wollte ich eine neue Region kennen lernen und bin dann auf Südostasien gekommen und habe mir gedacht: Warum nicht mal durch die Länder reisen, die sonst von den Touristen eher links liegen gelassen werden. Die Reise geht daher nach Laos und Kambodscha, wo man noch ursprüngliche Landschaften finden und Begegnungen mit Leuten machen kann, die nicht jeden Tag einen Westler sehen. Da ich ein Buch über die Reise schreiben will, sollte noch etwas Außergewöhnliches dazu kommen. Also nicht einfach mit dem Zug oder dem Bus durch die Gegend reisen, sondern mit etwas anderem. Außerdem sollte es eine sportliche Komponente haben, wie die Kajak-Tour oder der Jakobsweg. So kam ich auf die Idee mit der Rikscha. Ich dachte mir: Warum nicht was ganz Abgefahrenes und Besonderes machen und mit einem Gefährt reisen, das in der Region eine lange Tradition hat und das auch ein bisschen einen Link schafft zu den Leuten vor Ort? Die Vorbereitung der Reise hat dann ungefähr ein halbes Jahr gedauert.

Wie viele Kilometer wirst Du im Schnitt pro Tag zurücklegen?

Wenn ich alles genauso durchhalte, wie ich es mir vorgenommen habe, sind es ungefähr 80-90 km am Tag, also durchaus ambitioniert. Es gibt keine allzu großen Steigungen., außer im Norden von Laos ist es relativ flach. Aber ich weiß natürlich nicht, wie die Straßen sind und die Beschilderung. Ich habe zwar ziemlich gute Karten, aber es gibt einige Unwägbarkeiten. Wenn es aber hart auf hart kommt und ich irgendwo im Dschungel stecken bleibe, gibt es mehrere Möglichkeiten, ein bisschen abzukürzen.

Stehen auch Goethe-Institute der Region auf der Reiseroute?

Ja. Ich möchte Stationen machen in den Goethe-Instituten in Singapur, Kuala Lumpur und in Bangkok. Die Leiterin der Sprachabteilung am GI in Singapur, Felicitas Habouz, hat einen Vortrag am 11.02.2008 organisiert. Der ist schon von der Auslandsvertretung angekündigt und bildet den Endpunkt der Reise. Dort werde ich einen Vortrag mit Bildern für deutsche Schulklassen halten. An den anderen Instituten ergibt sich dann vielleicht auch die ein oder andere Veranstaltung, aber ganz genau kann ich noch nicht sagen, wann ich an welchem Ort sein werde.

Was ist das für eine Rikscha, mit der Du unterwegs bist?

Meine Rikscha hat alle Vorteile eines Fahrrads: Sie ist wendig und schnell, hat aber mehr Platz und ist stabiler. Sie sieht aus wie ein sehr stabiles Fahrrad mit einem bisschen dickerem Rahmen und einem kleinen Beiwagen rechts daneben. Die Rikscha kommt von der Firma Smike, das steht für "Smart bike" und ist eine ganz neue Entwicklung. Sie fährt sich wie ein Fahrrad, hat also eine Neigetechnik. Das heißt, ich kann mich normal in die Kurven legen und der Beiwagen bleibt dabei immer waagerecht. Das ist vor allem für den Gepäcktransport prima, außerdem ist die Rikscha ziemlich schnell, weil sie nur 30 kg wiegt und eine 8-Gang-Schaltung hat. Der Ladenpreis beträgt rund 3000 Euro, aber die Smike AG in Luzern hat mir die Rikscha für die Reise kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, die Rikscha mit einem Elektromotor auszustatten, aber das habe ich aus Stolz natürlich abgelehnt.

Schon eine Idee, wohin die nächste Reise gehen könnte?

Ich habe einen Haufen Ideen im Kopf. Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte ich die locker mit Reisen ausfüllen. Momentan gibt es zwei große Ideen, von denen ich aber nicht genau weiß, wann ich sie realisieren kann. Die eine Idee ist, die Reise von Sindbad nachzusegeln. Das wäre schon ziemlich genial, wenn das klappen würde! Das zweite wäre wieder eine Flussreise, diesmal entlang des Brahmaputra, der in Tibet auf 5000m Höhe entspringt. Das muss einer der letzten mysteriösen Orte auf der Welt sein. In 60 km Umkreis entspringen die fünf größten Flüsse Asiens und die Landschaft ist ganz irre und unzugänglich. Das sind aber Ziele für die nächsten fünf Jahre.

Die Fragen stellte Joerg Schumacher



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