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Rhodos 1997
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Stille im Kloster, Honig in Sianna und ein Sonnenuntergang bei Monolithos

7. Tag (Mittwoch, 23.07.97)

Nach dem Frühstück schwimmen wir erst einmal ein paar Runden im Pool. Dass wir uns heute erst gegen 12 Uhr auf den Weg machen, liegt daran, dass wir uns den in unserem Reiseführer als grandios bezeichneten Sonnenuntergang bei Monolithos anschauen wollen.

Unser erstes Ziel soll heute das Kloster Moni Thari sein. Über Lindos und Lardos gelangen wir nach Laerma. In dem kleinen Dorf begrüßt uns ein Bewohner freundlich durch unser offenes Wagenfenster und erzählt uns ungefragt auf englisch, dass es Die ältesten Teile der kleinen Klosterkirche von Moni Thari stammen wohl aus dem 13. Jahrhundert. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. von hier noch drei Kilometer bis zum Kloster seien. Diese drei Kilometer kommen uns allerdings fast endlos vor, da die asphaltierte Straße direkt hinter dem Dorf aufhört und es nur noch über eine schmale Schotterpiste weitergeht. Am Eingang zum Klostergarten belehrt uns ein Schild in englischer Sprache darüber, dass das Betreten in kurzen Hosen unerwünscht sei, und man doch bitte von den bereitliegenden Umhängen Gebrauch machen möchte. In kleinerer Schrift darunter lesen wir den Zusatz, dass die Umhänge für Männer noch nicht fertig seien, und deshalb bis zur Fertigstellung das Betreten in kurzen Hosen doch gestattet sei. Die kleine Klosterkirche, deren älteste Teile wohl aus dem 13. Jahrhundert stammen, ist recht prunkvoll ausgestattet. Der Klostergarten dagegen hat sicherlich schon irgendwann einmal bessere Zeiten gesehen. Er wirkt ein wenig ungepflegt und verwildert. Vereinzelt begegnen wir Bewohnern des Klosters, die uns freundlich grüßen.

Nach der Besichtigung des Klosters fahren wir die Schotterpiste weiter in Richtung Profilia. Immer wieder gelangen wir zu Abzweigungen und Kreuzungen ohne Wegweiser. Wie nicht anders zu erwarten, erwischen wir an irgendeiner Stelle den falschen Weg und kommen auf immer abenteuerlichere Pisten, auf denen uns keine Menschenseele mehr begegnet. Obwohl wir allerhöchstens noch Schrittempo fahren, wird der Weg zu einer harten Probe für unseren kleinen Corsa. Sicher würden wir trotz der Hitze etwas weniger ins Schwitzen kommen, wenn wir einen geländetauglicheren Wagen und etwas mehr Benzin im Tank hätten. Das Abenteuer hat aber endlich doch noch ein Ende, als wir wieder eine richtige Straße mit Wegweisern erreichen und uns auf unserer Karte orientieren können.

Vom Bergdorf Profilia aus hat man eine sehr schöne Aussicht in das Tal. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Nach diesem kleinen Umweg gelangen wir schließlich in das Bergdorf Profilia, von dem aus wir eine sehr schöne Aussicht in das Tal haben. An einem Brunnen am Straßenrand versuchen wir, unsere fast leere Wasserflasche aufzufüllen. Dieses Vorhaben scheitert daran, dass wir uns an dem Wasser, das aus dem Hahn fließt, fast die Finger verbrennen. In diesem Moment winkt uns ein altes Mütterchen vom Eingang ihrer Wohnung zu sich heran. Erstaunt folgen wir ihr in die Küche. Sie öffnet ihren alten Kühlschrank, holt einen Kanister Wasser hervor und füllt mit zittrigen Fingern unsere Flasche. Völlig verwundert über diese unkomplizierte Art der Gastfreundschaft bedanken wir uns mehrfach und setzen schließlich unseren Weg über Apolakkia nach Monolithos fort.

Hier widmen wir uns nur kurz dem beeindruckenden Anblick des Felsens und beschließen, kurz vor Sonnenuntergang noch einmal hierher zu fahren. Weiter geht es erst einmal zum rund vier Kilometer entfernten Sianna. Dieses kleine, an den Hängen des Akramitis-Berges gelegene Dorf ist Die Turmuhr der Kirche Agios Panteleimon ist verblüffenderweise nur aufgemalt. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. bekannt für seinen Honig und den starken Tresterschnaps Zumo. Wir parken auf dem Dorfplatz direkt neben der Kirche Agios Panteleimon, deren Turmuhr verblüffenderweise nur aufgemalt ist. Damit steht sie immer auf fünf Minuten nach halb zehn, der für die Griechen richtigen Zeit, um den ersten Ouzo zu trinken.

In der Taverne am Dorfplatz essen wir ein Omelett und einen Bauernsalat mit dem Hintergedanken, hier auch ein Glas Honig zu kaufen - unser Reiseführer empfiehlt dafür speziell diese Taverne, die, ihrer Größe nach zu urteilen, wohl in erster Linie auf Ausflugsbusse eingestellt ist. Da wir für recht viel Geld recht wenig zu essen und dazu noch einen äußerst zurückhaltenden Service geboten bekommen, beschließen wir, unseren Honig anderswo zu kaufen. Gegenüber in Mike's Taverna werden wir von der Inhaberin gleich freundlich begrüßt, bestellen zwei Joghurt mit Honig und Nüssen und dazu griechischen Kaffee. Dazu gibt es - früher in Griechenland wohl normal, heute eher eine Seltenheit - eine Karaffe Wasser kostenlos. Anschließend probieren wir den Honig, kaufen ein kleines Glas und unterhalten uns noch angeregt mit der Inhaberin und ihrem Sohn. Stolz zeigt er uns einen Schwamm, den sein Großvater vor vielen Jahren beim Tauchen gefunden hatte.

Auf dem beeindruckenden 240 Meter hohen Felsen Monolithos befinden sich unter anderem die Mauerreste einer Burg.  Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Die hübsche weiß gekalkte Kapelle auf dem Felsen Monolithos wirkt im Abendlicht besonders schön. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Nachdem wir den Ort wieder verlassen haben, machen wir uns endlich auf die Suche nach einer Tankstelle, was sich hier im Süden als gar nicht so einfach erweist. Nach einem kurzen Bummel am Meer ist es langsam Zeit, nochmals Monolithos einen Besuch abzustatten. Über schmale steinerne Treppenstufen gelangen wir auf den beeindruckenden 240 Meter hohen Felsen, auf dem sich die Mauerreste einer Burg sowie eine hübsche weiß gekalkte Kapelle befinden. Zudem können wir von hier im Abendlicht den Blick weit über das Meer und die Küste schweifen lassen.

Der Sonnenuntergang bei Monolithos ist wirklich ein überwältigendes Schauspiel. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Schließlich kehren wir wieder zurück zur Hauptstraße und bewundern von einer Bank am Straßenrand aus den wirklich überwältigenden Sonnenuntergang hinter dem Felsen. Obwohl es hier im Westen der Insel den ganzen Tag über extrem windig und entsprechend angenehm war, lässt der Wind erstaunlicherweise schlagartig in dem Augenblick nach, als die Sonne völlig ins Meer eintaucht.

In der "Cafeteria Santana" in Archangelos lassen wir gemütlich den Tag ausklingen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Auf dem Rückweg sind wir heilfroh, dass wir dieselbe Strecke vorgestern schon einmal bei Tageslicht gefahren waren. Bei Dunkelheit wirkt der Wechsel zwischen gut ausgebauter Straße und holpriger Piste noch wesentlich verwirrender und wir hätten uns sicherlich öfters gefragt, ob die Straße wirklich noch weitergeht. Zurück in Archangelos essen wir heute in der "Taverna Afentika". Für 1200 drs (ca. DM 8,00 bzw. EUR 4,10) pro Person bekommen wir hervorragende Lammkoteletts. Anschließend trinken wir noch einen Cocktail in der "Cafeteria Santana" und unterhalten uns angeregt mit dem norddeutschen Pärchen Anka und Hendrik, die schon zum wiederholten Male in Archangelos sind. So kommt es, dass wir heute erst kurz vor 2 Uhr ins Bett kommen.



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