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Rhodos 1997
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Buchten, Strände und das Tal der Sieben Quellen

3. Tag (Samstag, 19.07.97)

Heute Morgen werden wir ziemlich unsanft durch Klopfen an unserer Zimmertür aus dem Bett geworfen. Unser Mietwagen von Europcar steht vor der Tür, und wir müssen noch den Vertrag unterschreiben. Also nichts wie rein in die Klamotten und raus in die Halle. Da wir nicht die Katze im Sack kaufen oder besser gesagt mieten wollen, schauen wir uns den Wagen gründlich an. Es ist ein blauer, blitzsauberer Opel Corsa, dessen Kilometerzähler gerade einmal 9000 Kilometer anzeigt. Wir nutzen die Gelegenheit gleich dazu, zu einem Supermarkt an der Hauptstraße zu fahren und ein paar Dinge für unser heute recht spätes Frühstück auf dem Balkon einzukaufen.

Die hübschen, aber recht steinigen Buchten von Stegna sind rund drei Kilometer von Archangelos entfernt. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Nach dem Frühstück entschließen wir uns, die nähere Umgebung zu erkunden. Als erstes schauen wir uns die rund drei Kilometer entfernten recht netten, aber doch ziemlich steinigen Buchten von Stegna an; anschließend fahren wir zum etwas weiter entfernten Tsambika-Strand. Wir sind uns einig, dass dieser lange, feinsandige Strand sicher nicht zu unrecht als einer der schönsten Strände der Insel gilt. Diese Gelegenheit nutzen wir auch gleich für ein erstes Bad im Meer. In der Nähe des Strandes erhebt sich ein Berg, auf dem sich das Nonnenkloster Moni Tsambika befindet, welches der Muttergottes geweiht ist. Im Zusammenhang mit diesem Bauwerk gibt es folgende Geschichte: es heißt, dass wenn ein Ehepaar sich sehnlichst ein Kind wünscht, und bisher keines bekommen konnte, die Frau sich mit einem Sack voller schwerer Steine auf den Schultern auf den beschwerlichen Weg nach oben macht, um dort zur Gottesmutter zu beten. Danach wird sie in Kürze schwanger. Zum Dank für den endlich erfüllten Kinderwunsch wird das Kind, wenn es ein Mädchen wird, Tsambika genannt; wird es jedoch ein Junge, so tauft man ihn Tsambiko. Dieser Brauch wird auf Rhodos noch heute gepflegt, und so heißt ein großer Teil der Einwohner von Rhodos Tsambika oder Tsambiko.

Unser nächstes und letztes Ziel für heute ist Epta Piges, das Tal der "Sieben Quellen". Da es hier recht schattig und dadurch verhältnismäßig kühl ist, sind wir hier längst nicht die einzigen Besucher. Viele von ihnen scheinen aber in erster Linie an der direkt am Parkplatz gelegenen Taverne interessiert zu sein, in der man sich bei einem kühlen Getränk oder einem Snack ganz gut ausruhen und die umherstolzierenden Pfauen beobachten kann.

Der 186 Meter lange stockfinstere Wassertunnel im Tal der "Sieben Quellen" führt zu einem idyllisch gelegenen Teich. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Wir folgen einem Pfad, der ein Stück hinunter ins Tal führt und stehen plötzlich vor dem Eingang zu einem stockfinsteren Tunnel. Durch Nachschlagen in unserem Reiseführer erfahren wir, dass es sich um einen 186 Meter langen Wassertunnel handelt, der in der Zeit der italienischen Besatzung gebaut wurde und an dessen anderem Ende sich ein Teich befinden soll. Glücklicherweise ist der Tunnel so hoch, dass man durch ihn hindurchgehen kann, ohne sich bücken zu müssen. Durch knöcheltiefes Wasser watend tasten wir uns an den Tunnelwänden entlang und gelangen schließlich zu einem idyllisch gelegenen recht großen Teich, der von viel Grün umgeben ist. Für den Rückweg wählen wir einen anderen Weg, der über einen Hügel führt. Die "Sieben Quellen", die dem Tal seinen Namen gegeben haben, sind vom Parkplatz nur einen Steinwurf weit entfernt. Sehr schnell sind wir uns einig, dass die eigentliche Attraktion des Tals der Tunnel mit dem dahinterliegenden Teich ist. Die Quellen selbst finden wir eher enttäuschend.

Am Abend essen wir im Dorf zwei Gyros Pita, schlendern noch ein wenig durch die Straßen und landen schließlich wieder in der "Cafeteria Santana" bei Bier, Ouzo und "Kiss in the dark". Thema des Abends ist hier das Erdbeben, das es Donnerstag nacht gegeben haben soll. Zu unserem Erstaunen hatten wir davon überhaupt nichts mitbekommen. Ein weiteres Thema ist ein tragischer Autounfall, bei dem eine Mutter von zwei Kindern, die im Dorf lebte, ums Leben gekommen ist. Panagiotis - wie wir später erfahren, der Wirt des "Art Café" - gibt schließlich noch eine Runde - für den heutigen Abend sollte es unser letzter Ouzo sein.



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