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Rhodos 1997
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Die Ankunft auf der Insel des Sonnengottes

1. Tag (Donnerstag, 17.07.97)

Gegen 15 Uhr startet unser Airbus 330 aus der LTU-Flotte mit etwa zwanzigminütiger Verspätung von Düsseldorf aus Richtung Rhodos. Nach knappen drei Stunden Flug landen wir kurz vor 19 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen von Rhodos. Von der Großstadt verwöhnt, sind wir von der Abfertigung in dem kleinen Flughafenterminal etwas irritiert. Auf welchem der beiden Gepäckbänder werden wohl die Koffer aus unserer Maschine ankommen? Die Monitore sind uns jedenfalls keine Orientierungshilfe - sie bleiben dunkel. Nach einiger Zeit beginnen beide Gepäckbänder zu rollen. Die Koffer trudeln offensichtlich willkürlich auf beide Bänder verteilt ein. Wie gut, dass wir zu zweit sind und so alle beide im Auge behalten können. Andere haben es da längst nicht so einfach. So etwa der Familienvater, der mit seiner Tochter neben Gaby an dem einen Band steht. Seine Frau hat sich rechtzeitig in irgendeine Ecke des Terminals verdrückt.

Etwa eine Stunde später ist das Chaos auf dem Flughafen vergessen. Wir sitzen in einem bequemen Reisebus und befinden uns auf dem Weg nach Archangelos, unserem Urlaubsort für die nächsten zwei Wochen. Auf den Plätzen vor uns sitzt das Paar vom Flughafen; die Tochter schläft auf den beiden Plätzen hinter uns. Amüsiert verfolgen wir das Gespräch der beiden Eltern. Die Frau beklagt sich bitterlich, dass sie Hunger hat und unbedingt etwas zu essen haben möchte, während ihr Mann vergeblich versucht, ihr klar zu machen, dass er ihr diesen Wunsch hier im Bus nicht erfüllen kann. Mit jedem Hotel, an dem wir anhalten, um Urlauber abzusetzen, werden wir etwas unruhiger. Fast nirgends hält der Bus in einem richtigen Ort; die Hotels liegen vielmehr mitten in der "Pampa", höchstens von ein paar Restaurants und Getränkebuden umgeben. Wer weiß, was uns da erwartet... Als wir dann endlich das Ortsschild von Archangelos sehen und einen Augenblick später den Blick auf ein recht großes, aber - so weit bei der Dunkelheit zu erkennen - hübsches Dorf werfen können, sind wir erleichtert.

Ein Blick über die Hauptstraße von Archangelos. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Am Schulgebäude an der Hauptstraße werden wir mit unseren Koffern abgesetzt. Hier wartet auch schon der Hotelbesitzer, der sich uns als Jacob vorstellt, mit seinem alten Wagen und lädt unsere Koffer ein. Auf der kurzen Fahrt zu unserem Hotel "Semina" erzählt er uns in recht verständlichem Englisch, der Busfahrer habe ihm erzählt, dass wir wohl zum ersten Mal hier seien, da wir so interessiert zum Fenster hinausgeschaut haben. Im Hotel angekommen gibt Jacob uns noch einige Informationen und preist bei dieser Gelegenheit auch gleich seine Mietwagen und Roller an. Wir müssen ihn zwar damit enttäuschen, dass wir ab übermorgen für eine Woche bereits einen Opel Corsa über Europcar gemietet haben; als wir ihm aber versichern, dass wir in der zweiten Woche sicherlich auch beweglich sein möchten, sieht er gleich zufriedener aus. Wir mieten noch einen Safe, um die wichtigsten Sachen sicher unterbringen zu können und bestellen gleich für morgen früh um 8:30 Uhr ein Frühstück. Danach schauen wir uns das Zimmer an, in dem wir die nächsten zwei Wochen verbringen werden. Es ist recht einfach eingerichtet, aber sehr sauber und verfügt über eine kleine Kochecke mit Kühlschrank. Auf dem kleinen Balkon befindet sich ein Tisch mit zwei Stühlen.

Wir machen uns kurz frisch, packen unsere Sachen in den Kleiderschrank und die Schubladen, um erst gar nicht das typische Hotelgefühl aufkommen zu lassen, und machen uns danach auf in den Ort. Wir können es zuerst gar nicht fassen, dass um kurz vor Mitternacht noch etliche Läden geöffnet haben. In einer kleinen Snackbar essen wir Gyros Pita, das hier erstaunlicherweise nur 300 drs (ca. DM 2,00 bzw. EUR 1,00) kostet. Anschließend suchen wir uns eine urige Taverne an der Hauptstraße, in der wir bei Bier und Ouzo unseren ersten Abend ausklingen lassen. Der Alkohol wirkt erstaunlich schnell. Vielleicht liegt es an der ungewohnten Temperatur; vielleicht auch daran, dass wir den Tag über recht wenig gegessen haben. Gegen 1:30 Uhr fallen wir dann endlich ziemlich geschafft in unsere Betten.



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