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Djerba und Südtunesien 1998
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Houmt Souk am Morgen und Düsseldorf am Abend

8. Tag (Montag, 07.12.98)

An den orientalischen Trubel in der Hauptstadt Houmt Souk haben wir uns inzwischen gewöhnt. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Ein Schuster in Houmt Souk repariert Michaels Schuh mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Zwar ist heute unser Abreisetag, aber da wir erst gegen 16 Uhr vom Hotel abgeholt werden sollen, haben wir noch eine ganze Menge Zeit zur freien Verfügung. So beschließen wir, nach dem Frühstück nochmals mit dem Taxi in die Hauptstadt Houmt Souk zu fahren. Inzwischen sind wir den orientalischen Trubel gewöhnt, sodass uns der Bummel durch die engen Gassen der Souks längst nicht mehr so anstrengt wie bei unserem ersten Besuch. Beim Betrachten der Gewürze an den zahlreichen Gewürzständen fällt uns der extrem niedrige Preis für das bei uns so teure Safran auf. Nur ein Händler ist jedoch so fair, uns zu erklären, dass es sich dabei keineswegs um reinen Safran, sondern immer um eine Mischung aus Curry, Paprika und nur einem Hauch Safran handelt. Die Zeit vergeht hier in Houmt Souk recht schnell, und so ist es schließlich auch Zeit, zu unserem Hotel zurückzukehren. Auf dem Weg zum Taxistand kommen wir aber glücklicherweise noch an einem Schuster vorbei, der seine aus einer Kiste bestehende "Werkstatt" am Straßenrand aufgebaut hat. An meinem rechten Schuh hat sich die Sohle gelöst und so bitte ich ihn um Hilfe. Während er sich meinen Schuh anschaut, hilft er mir als Ersatz mit einer alten Sandale aus. Dann kramt er eine Familiendose Pattex hervor, streicht die Sohle satt ein und fixiert das Ganze zusätzlich mit ein paar Nägeln. Für den einen Dinar, den diese Reparatur kostet, bekommen wir zwar nicht unbedingt einen Höhepunkt der Handwerkskunst geboten, aber der Schuh sollte zumindest wieder eine ganze Zeit halten.

Zurück im Hotel, erkundigen wir uns zuerst einmal, wie es um Gabys Lederjacke steht. Als der Händler uns kommen sieht, hält er sie uns bereits strahlend entgegen und zeigt uns stolz die Innentasche. Nachdem Gaby einen Scheck über den noch ausstehenden Betrag ausgefüllt und die Jacke in Empfang genommen hat, wollen wir den Laden gerade wieder verlassen, als der Händler uns zurückhält und mich an die Badelatschen erinnert, die ich ihm noch schulde. Was wir eigentlich für einen unbedeutenden Scherz gehalten hatten, war ihm vollkommen ernst.

Vor unserer Rückreise nach Düsseldorf bietet Djerba uns zum Abschied nochmals einen schönen Sonnenuntergang. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Gegen 16 Uhr sitzen also Gaby, um eine Lederjacke reicher, und ich, um ein paar Badelatschen ärmer, im Bus, der uns mit unseren bereits am Morgen gepackten Koffern zum Flughafen bringt. Die Abfertigung auf Djerbas kleinem Flughafen läuft zwar wieder mit orientalischer Gelassenheit, aber dennoch zügig und ohne Probleme ab, sodass uns auch sogar genügend Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch den Dutyfree-Shop bleibt. Pünktlich um fünf Minuten nach 18 Uhr startet unsere Maschine Richtung Düsseldorf. Die günstigen Windverhältnisse lassen uns bereits eine halbe Stunde früher als erwartet um kurz vor 21 Uhr in Düsseldorf eintreffen, wo wir bereits nach kurzer Zeit unsere Koffer in Empfang nehmen und bei klirrender Kälte das Flughafengebäude verlassen können. "Das ist eine völlig andere Welt", sagte heute Morgen noch ein Händler in Houmt Souk zu uns. Wie recht er doch hat...



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