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Djerba und Südtunesien 1998
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Mit dem Fahrrad nach Midoun

6. Tag (Samstag, 05.12.98)

Da wir den heutigen Tag noch nicht verplant haben, entschließen wir uns, ein wenig von der Insel auf eigene Faust zu erkunden. Da Mietwagen in Tunesien aufgrund hoher Einfuhrzölle unverhältnismäßig teuer sind und die Insel für die Erkundung mit dem Auto eigentlich auch recht klein ist, sehen wir uns lieber nach einem anderen Fortbewegungsmittel um. So verschlägt es uns zum Moped- und Fahrradverleih unseres Hotel. Da auch die angebotenen Mopeds uns überteuert erscheinen, entscheiden wir uns dafür, unsere Erkundungstour mit Fahrrädern vorzunehmen. Die sechs Dinar, die wir pro Drahtesel für vier Stunden hinblättern müssen, sind angesichts des Zustandes der Räder sicherlich auch noch ein etwas zu hoher Preis, den wir aber akzeptieren.

In der kleinen Ortschaft Midoun reiht sich ein Souvenirladen an den anderen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Überall in Midoun werden die gleichen Teppiche, Wandteller, Keramiktöpfe und Plüschkamele lautstark angepriesen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Unser Einkauf in Midoun beschränkt sich auf ein paar getrocknete Datteln und ein Päckchen Curry. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

So machen wir uns in den rund sieben Kilometer entfernten Ort Midoun auf. Die relativ kurze Strecke kostet uns bereits einen großen Teil des vormittags, da die recht schwergängigen Räder mit den extrem unbequemen Sätteln uns nach jedem gefahrenen Kilometer zu einer Pause zwingen. Am Ortseingang von Midoun stellen wir unsere Räder ab, um uns zu Fuß in das Gewühle zu stürzen. Nachdem wir uns auf der Terrasse einer urigen Bar mit einem unserem Instantkaffee vergleichbaren "Café direkt" gestärkt haben, erkunden wir das Zentrum der kleinen Ortschaft, die sich unverkennbar zu einem touristischen Zentrum entwickelt hat. Ein Souvenirladen reiht sich hier an den anderen. Kennt man das Angebot eines Händlers, kann man sich den Besuch der anderen Läden eigentlich sparen. Überall werden die gleichen Teppiche, Wandteller, Keramiktöpfe und Plüschkamele lautstark angepriesen. Unser Einkauf beschränkt sich auf ein paar getrocknete Datteln und ein Päckchen Curry.

Der Rückweg von Midoun an die Küste kommt uns noch deutlich länger vor als die Hinfahrt. Unser Vorhaben, die Küstenregion näher zu erkunden, verwerfen wir daher recht schnell und sind froh, als wir unsere Räder im Hotel wieder zurückgeben können. Der gleiche Ausflug wäre mit dem Taxi nicht nur deutlich bequemer, sondern wahrscheinlich sogar billiger gewesen. Um uns von den Strapazen des Vormittags zu erholen, verbringen den Rest des Tages am Pool, bis die Sonne sich schließlich zurückzieht. Vor dem Abendessen wollen wir noch Gabys Lederjacke abholen, die heute fertig sein soll. Tatsächlich liegt sie schon bereit und ist auch wirklich gut geworden, wenn man einmal von einem Schönheitsfehler absieht: Die versprochene Innentasche mit Reißverschluss fehlt. Der über unsere hohen Ansprüche ganz und gar nicht erfreute Händler versucht vergeblich, uns mit dem Argument abzuspeisen: "Na und? Wo kriegst Du in Deutschland Jacke für 320 Mark?" Wir geben ihm Zeit bis Montag vormittag, die versprochene Innentasche nachzurüsten und sind schon gespannt, ob Gaby schließlich mit oder ohne Lederjacke den Rückflug antreten wird.

Nach dem Abendessen bummeln wir noch ein wenig durch die überdachten Einkaufsgassen des Hotels und fühlen uns irgendwie von den Wasserpfeifen angezogen, von denen ein Händler in seinem Laden eine stattliche Auswahl hat. Als Gaby sich interessiert eine der Pfeifen anschaut, steht auch schon der Händler neben ihr und erklärt ihr ausführlich, dass Wasserpfeifen auch ideal für Frauen sind. Auf Gabys ungläubigen Blick hin erklärt er ihr fachkundig: "Frau raucht nur zuhause!". Als sie noch ungläubiger schaut, ergänzt er: "Apfelaroma, nix Nikotin!" Als wir den Laden des windigen Händlers wieder verlassen wollen, hält er mich energisch fest und bietet mir die Pfeife für unglaublich günstige 80 Dinar an. Als wir es nach einiger Zeit schließlich doch schaffen, uns loszureißen, soll das Prachtstück nur noch 20 Dinar kosten. Eigentlich schade, dass wir gar keine Wasserpfeife brauchen...



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