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Djerba und Südtunesien 1998
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Feilschen in Houmt Souk und ein Berberabend im Hotel

4. Tag (Donnerstag, 03.12.98)

Überall in den Souks sieht man Kleidungsstücke, Teppiche, Schuhe, Schmuck und Antiquitäten, aber natürlich auch etliche Dinge, die auf den vermeintlichen Geschmack der Touristen abgestimmt sind. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Die recht verwinkelten Souks in Houmt Souk bestehen zu einem großen Teil aus sehr engen, meist überdachten Gassen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Nach dem gestrigen erlebnisreichen Tag können wir es heute etwas geruhsamer angehen lassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf zum Taxistand vor dem Hotel und lassen uns in die Inselhauptstadt Houmt Souk fahren. Hier stürzen wir uns in das Gewühle der Souks. Diese recht verwinkelten Basare bestehen zu einem großen Teil aus sehr engen, meist überdachten Gassen, in denen reges Treiben herrscht. Die Wege sind von dicht aneinandergereihten, kleinen Geschäften gesäumt, deren gesamte Vorderfront zur Basargasse hin offen ist. Türen oder Schaufenster sind hier völlig unbekannt. Wo man auch hinschaut, überall sieht man Kleidungsstücke, Teppiche, Schuhe, Schmuck und Antiquitäten, aber natürlich auch etliche Dinge, die auf den vermeintlichen Geschmack der Touristen abgestimmt sind.

Die recht verwinkelten Souks in Houmt Souk bestehen zu einem großen Teil aus sehr engen, meist überdachten Gassen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Für denjenigen, der in den Souks etwas erstehen möchte, ist ausgiebiges Feilschen absolute Pflicht. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Lautstark werben die Händler hier um ihre Kunden. Für denjenigen, der etwas erstehen möchte, ist ausgiebiges Feilschen absolute Pflicht. Manche Waren sind zwar bereits mit Preisen ausgezeichnet, allerdings handelt es sich dabei immer um stark überhöhte "Anfangspreise". So darf es nicht wundern, dass die Sandalen, die mit 50 Dinar ausgezeichnet sind, schon nach knapp zwanzigminütiger Verhandlung für ganze drei Dinar den Besitzer wechseln. Aber nicht immer ist der Spielraum so groß; es gehört auch beim Käufer eine gute Portion Gespür dazu, herauszufinden, welchen Preis der Händler wirklich erzielen will. Immer gleich jedoch ist das Ritual aus Komplimenten und übertriebenen Freundschaftsbekundungen bis hin zu anrührendem Gejammer über den bevorstehenden Ruin. Ein solches Verkaufsgespräch kann durchaus hin und wieder zu einer bühnenreifen Aufführung ausarten. Obwohl uns die Grundregeln zum Thema Feilschen theoretisch bekannt sind, haben wir in der Praxis doch hin und wieder so unsere Anfängerschwierigkeiten. Vor allem, einen Händler einfach stehen zu lassen, fällt uns am Anfang nicht immer leicht. Um uns von dem zum Teil wirklich nervtötenden Trubel zu erholen, suchen wir einen Weg heraus aus den verwinkelten Gassen und setzen uns auf einem der Plätze in ein Straßencafé. Bei einem Espresso und einem Café au lait können wir dem geschäftigen Treiben wenigstens aus einer angenehmen Distanz beiwohnen.

Nach mehreren Stunden in den Souks genießen wir es, uns im hoteleigenen Hallenbad erholen zu können. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Nach ein paar Stunden sind wir regelrecht erschöpft und freuen uns, dass wir wieder im Taxi sitzen, das uns zurück zu unserem Hotel fährt. Den Nachmittag verbringen wir damit, den typischen Urlauber zu spielen, indem wir uns faul am Hotelpool räkeln und ein paar Runden im Hallenbad schwimmen. Nachdem Gaby inzwischen einige Male an "ihrer" Lederjacke stehengeblieben war und sie selbst in Houmt Souk nichts Vergleichbares gesehen hatte, entschließt sie sich, an diesem Abend nach dem Preis für eine Maßanfertigung zu fragen. Der Händler besteht auf 220 Dinar und lässt trotz unserer hartnäckigen Versuche nicht wesentlich mit sich handeln. Wir einigen uns schließlich auf 200 Dinar und die alten Badelatschen, die ich gerade an meinen Füßen habe. Ich gehe auf den vermeintlichen Scherz ein und vertröste ihn auf den Abreisetag, da ich die Latschen schließlich noch ein paar Tage brauche. Nachdem er bei Gaby Maß genommen und uns zugesichert hat, an eine Innentasche mit Reißverschluss zu denken, ist das Geschäft besiegelt. Um eine kleine Anzahlung ärmer verlassen wir den Laden.

Zu den auf dem Berberabend im Hotel angebotenen tunesischen Spezialitäten gehört natürlich auch Couscous mit Lammfleisch. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Natürlich ist Bauchtanz ein wesentlicher Bestandteil der Darbietungen bei einem zünftigen Berberabend. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Bauchtanz und artistische Darbietungen sind keineswegs eine reine Frauendomäne. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Bauchtanz und professionelle Artistik zu tunesischer Livemusik bilden den Höhepunkt des Berberabends. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern.

Am heutigen Abend findet in einem der Hotelrestaurants ein Berberabend statt, für den wir uns am Abend zuvor angemeldet hatten, da sich das Programm recht interessant anhörte. Neben verschiedenen tunesischen Spezialitäten, deren obligatorischer Höhepunkt Couscous mit Lammfleisch bildet sowie einer Flasche Rotwein bekommen wir auch eine wirklich recht gelungene Show mit tunesischer Musik, Bauchtanz und artistischen Vorführungen geboten. In einigen Darbietungen wird uns erfolgreich bewiesen, dass professionell wirkender Bauchtanz keineswegs eine Frauendomaine ist. Ein eher zweifelhaftes Erlebnis ist dagegen Madame Souza, die von Tisch zu Tisch geht und den Gästen ungefragt in Windeseile "Tatoos" auf die Handrücken malt. Als Gaby ihr für unsere beiden recht lieblos bemalten Hände gerade ein wenig Kleingeld in den bereitstehenden Korb werfen will, lässt sie ein ziemlich bestimmtes "Quatre Dinars" verlauten. Auch in Tunesien hat wahre Kunst ihren Preis.



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