Fernweh: Das Freizeit- und Urlaubsmagazin
Home
Erholung pur
Marktplatz
News
Postkarten
Reisewetter
Wechselkurse
Spickzettel
Gästebuch
Kontakt
Impressum

Einsweb Internetservice





Der Burger's Zoo in Arnhem

Preise und weitere Informationen


An einem Regentag im Spätherbst packte uns - für alle unverständlich - die Reiselust. Für uns war klar: heute mussten wir einen Auflug machen, mal was Anderes sehen. Die Frage war nur: wohin reisen bei diesem ungemütlichen Regenwetter? Die Lösung für uns hatte schließlich unsere Freundin Birgit: allemal einen Tagesausflug wert sei Burger's Zoo im holländischen Arnhem, erfuhren wir von ihr. Da der Zoo großflächig überdacht sei, lohne sich ein Besuch auch an einem Regentag. Ab der Autobahnabfahrt Arnhem sei der Weg zum Zoo perfekt ausgeschildert, wir würden ihn also auch ohne langes Suchen problemlos finden. So begaben wir beide uns also in den Osten der Niederlande, um uns von der Richtigkeit dieser Aussagen am eigenen Leibe zu überzeugen.

Diese Übersichtskarte zeigt die Umgebung von Arnhem. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Irgendwie mussten wir wohl die falsche Autobahn erwischt haben. Es gab zwar eine Abfahrt nach Arnhem, aber weit und breit keinen Hinweis auf Burger's Zoo. Im Zentrum von Arnhem gab es dafür wenigstens Wegweiser zum nächsten Touristenbüro. Nachdem Gaby schnell aus dem Wagen gesprungen war und dort nach dem Weg gefragt hatte, fanden wir den Zoo schließlich doch noch ohne große Probleme und gingen kurze Zeit später - ohne Schirm - auf Entdeckungsreise. Geld umgetauscht hatten wir keines, denn wir dachten uns, wenn man seinen Einkauf in Venlo mit deutscher Mark bezahlen kann, wird man für den Eintritt in Burger's Zoo sicher auch keine Gulden benötigen. Damit hatten wir auch nicht ganz unrecht: unsere Währung wurde an der Kasse gerne angenommen, allerdings zum recht ungünstigen Wechselkurs Eins zu Eins. Für unser Auto erwarben wir zusätzlich für 2,50 Mark eine Burger's-Zoo-Münze, die uns nach unserem Besuch die Schranke des Parkplatzes öffnen sollte. Das Wechselgeld gab es selbstverständlich in Gulden zurück. Na ja, für den nächsten Besuch haben wir auf jeden Fall etwas dazugelernt.

Burger's Zoo unterteilt sich in drei Teile: zwei "Themenhallen" mit den Themen "Busch" und "Wüste" sowie den klassischen Zoo einschließlich einer Wander-Safari. Da das Wetter, wie schon erwähnt, nicht allzu gemütlich war und wir auch nicht die rechte Lust auf einen klassischen Zoobesuch hatten, entschlossen wir uns, nur die beiden Hallen zu erforschen. Unser erstes Ziel war der

Busch

Dass bereits die Ureinwohner landwirtschaftlich tätig gewesen sein mussten, zeigt unter anderem das geschickt gebaute Bewässerungssystem der Einheimischen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. In dieser laut Prospekt 14.250 qm großen Halle ist ein naturgetreuer, nach Erdteilen geordneter Regenwald nachgebildet, wie er in Südostasien, Nordaustralien, Neu-Guinea, Afrika, Süd- und Mittelamerika vorkommt. Die Halle beherbergt ca. 15.000 Pflanzen, die so nützliche Produkte wie Samen und Früchte (Bananen, Papayas, Reis, Kakao, Mangos, Ananas), Holz (Bambus, Rattan, Teak, Mahagoni, Meranti) sowie Gummi, Farbstoffe, Heilmittel und Gewürze liefern. Auch die für den Regenwald so typischen Farne, Orchideen und Lianen fehlen nicht. Dass bereits die Ureinwohner landwirtschaftlich tätig gewesen sein mussten, zeigt unter anderem das geschickt gebaute Bewässerungssystem der Einheimischen.

Zumindest dann, wenn man auf Exkursionen wie einen Spaziergang über die "Abenteuerbrücke" verzichtet, kann man trockenen Fußes den ganzen Busch erforschen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Das tropische Klima mit einer Temperatur zwischen 22 und 24 Grad sowie die hohe Luftfeuchtigkeit ließen uns zeitweilig vergessen, dass es Spätherbst war und die Temperatur draußen nur etwa 10 Grad betrug. Zwischendurch wünschten wir uns immer wieder, wir hätten Shorts und T-Shirts eingepackt. Auf festes Schuhwerk konnten wir übrigens getrost verzichten, denn die matschig aussehenden Wege sind in Wirklichkeit nichts weiter als ein Teil der perfekten Illusion. Matsch, Reifenspuren und Fussabdrücke sind nur gekonnt nachgebildet. Zumindest dann, wenn man auf Exkursionen wie einen Spaziergang über die Abenteuerbrücke verzichtet, kann man trockenen Fußes den ganzen Busch erforschen.

Der Wasserfall im Busch hat eine Fallhöhe von stattlichen 17 Metern. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Im Busch leben Tausende von Tieren. Unter anderem findet man auch Hunderte farbenprächtiger Vögel. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Wie es sich für einen richtigen Busch gehört, trifft man natürlich auf Wasserschweine, Erdferkel, Otter, Kaimane, farbenprächtige Vögel, Eidechsen, Kröten, Frösche, Fische, Insekten und Bodentiere in ihrer fast natürlichen Umgebung. Die größten und eigenartigsten Bewohner sind die Seekühe. Um nichts zu verpassen, sollte man unbedingt dann und wann stehenbleiben, auf Bewegungen achten und vor allem auch lauschen. Nur dann hört man das Rascheln in den Büschen und auch das Rauschen des Wasserfalls, der übrigens eine Fallhöhe von stattlichen 17 Metern hat.

In "Neu-Guinea" ist ein typisches Männerhaus der Asmatpapuas nachgebaut. Davor steht ein sogenannter "Bisj-Pfahl", der bei Festen anläßlich der Abschiednahme von verstorbenen Vorfahren Dienst tat. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Dass die Wege im Busch nach einem Regenschauer recht glatt sein können, wird durch einen im Straßengraben liegenden Landrover ziemlich deutlich. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Aber es sind nicht nur die verschiedenen Tierarten, die uns einen echten Regenwald vorgaukeln. Überall finden sich auch Spuren von menschlicher Anwesenheit. In "Neu-Guinea" ist ein typisches "Jeu" oder zu gut deutsch Männerhaus der Asmatpapuas nachgebaut; davor steht ein sogenannter "Bisj-Pfahl", ein geschnitzter Stamm des Brettwurzelbaumes, der bei Festen anläßlich der Abschiednahme von verstorbenen Vorfahren Dienst tat. In "Afrika" ist eine Waldhütte zu finden, so wie sie angeblich auch heutzutage noch von den Pygmäen gebaut wird. Die Wege sind durch den verwitterten und ausgelaugten Ton rot gefärbt. Dass sie nach einem Regenschauer recht glatt sein können, wird durch einen im Straßengraben liegenden Landrover ziemlich deutlich. Es gibt kleine Felder mit Cassave und Papayas, Reisfelder, rostige Brücken und das Modell eines umgehauenen Urwaldriesen aus Brettwurzeln sowie einige Häuschen im tropischen Stil.

Für das leibliche Wohl sorgt ein geschickt in die Landschaft integriertes "Selbstbedienungs-Tropenrestaurant", wo mutige Besucher tropische Speisen und Getränke probieren können. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Für's leibliche Wohl sorgt ein geschickt in die Landschaft integriertes "Selbstbedienungs-Tropenrestaurant", wo mutige Besucher tropische Speisen und Getränke probieren können. Für Suppenbegeisterte beispielsweise gibt es so Exotisches wie cremige Currysuppe mit Reis und Mangostückchen, Bambussprossensuppe, afrikanische Erdnussuppe oder Tandoorisuppe mit tropischen Früchten und Nüssen. Wer es eher fruchtig mag, kann den brasilianischen Palmherzencocktail mit Ananasstücken und Melonenscheiben probieren. Die Preise sind relativ zivil, aber auch hier gilt: nach Möglichkeit in Gulden bezahlen, nicht in deutscher Währung. Wer Lust hat, sich selbst in die Landschaft einzubinden (und sich dabei nicht gar zu albern vorkommt) kann dies mit Hilfe der feilgebotenen Livingstone Tropenhelme und Baströckchen tun, oder sich als Andenken eine der zahlreichen handgeschnitzten Figuren mit nach Hause nehmen.

Busch und Wüste sind durch einen 143 Meter langen alten Minengang verbunden, in dem man allerlei interessante biologische und geologische Entdeckungen machen kann. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Im "Abenteuertunnel", der Busch und Wüste verbindet, gibt es unter anderem auch eine Tropfsteinhöhle zu bestaunen. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Busch und Wüste sind durch einen 143 Meter langen "Abenteuertunnel" verbunden. Laut Prospekt handelt es sich dabei um einen alten Minengang, in dem man allerlei interessante biologische und geologische Entdeckungen machen kann; im Dämmerlicht des alten Gewölbes sollen unter anderem hunderte von Blattnasenfledermäusen umherfliegen. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen und gesenkten Hauptes machten wir uns also auf in dieses Gewölbe. Und tatsächlich: Feldermäuse flatterten wirklich umher, glücklicherweise aber hinter besucherfreundlichen (und sicherlich auch fledermausfreundlichen) Glasscheiben. Zu bestaunen gab es außerdem eine Tropfsteinhöhle, sowie hier und da verschiedene Fossilien in den Felsspalten.

Auch wenn die Beschreibung im Prospekt uns vorher daran zweifeln ließ, wir schafften es tatsächlich, unbeschadet durch den Tunnel zu gehen und gelangten schließlich in die

Wüste

Burger's Wüste ist zum überwiegenden Teil eine Steinwüste. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Diese zweite Halle ist mit ihren ca. 7.500 qm nur etwa halb so groß wie der "Busch". Sie berherbergt Lebensformen, wie sie in der nordamerikanischen Sonora-, Mojave- und Chihuahua-Wüste vorkommen. Zu unserer Überraschung war das Wüstenklima wesentlich angenehmer als das tropisch feuchte Klima im Busch. Auch die Temperatur kam uns deutlich niedriger vor, was aber auch einfach an der geringeren Luftfeuchtigkeit liegen kann. Unsere Sorge, schon nach kurzer Zeit die Schuhe voller Sand zu haben, erwies sich als unbegründet, denn Burger’s Wüste ist zum überwiegenden Teil eine Steinwüste.

Denjenigen, die sich dafür interessieren, sei hier verraten, dass die Granitfelsen detailgetreu aus Beton nachgebildet (gegossen) wurden. Außerdem gibt es verschiedene Sandsteinformationen und einen Lavasteinkomplex. Wer während der Wüstenwanderung seinen heimischen Fernseher vermisst, kann sich die Entstehung der Kunstwüste auch in einer Filmdokumentation anschauen. Sie veranschaulicht den Aufbau der Halle vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung im Jahre 1994.

Diejenigen Tiere, die für andere Tiere gefährlich sind, wie etwa die Haubencaracaras, werden in solchen Teilen der Landschaft gehalten, die sie nicht verlassen können. Trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt das typische Zoogefühl mit einzelnen Gehegen auf. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Am Fuß einiger Felsen befinden sich Steinhaufen, die aus dem dazugehörigen Erosionsschotter gebildet wurden. Anderswo sieht man die ausgetrockneten Betten von Flüssen, die zuweilen nach heftigen Regengüssen plötzlich entstehen. Einige kleine Flüßchen und eine Oase zeigen, dass eine Wüste auch feuchte Lebensräume (Biotope) kennt. Felsplateaus und Canyons, Sanddünen und Ebenen sorgen für eine unerwartet große Abwechslung in diesem Ökosystem. Der aufmerksame Wüstenbesucher kann beim nachgeahmten Sonnenschein auf den Felsen nahe dem Gehweg gelegentlich hier und dort Eidechsen, wie z. B. bunte kalifornische Felseidechsen, Stachelleguane oder Chuckwallas beobachten, die sich zur Siesta niedergelassen haben, sich aber bei der kleinsten drohenden Gefahr wieder in die zahllosen Felsspalten zurückziehen.

Die Haubencaracaras haben ihr eigenes kleines abgegrenztes Reich in Burger's Wüste. So können sie für die anderen Tiere nicht zu einer Gefahr werden. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Viele interessante Wüstenvögel sind hier ebenfalls zu bestaunen: Kardinäle, Kernbeißer, Kolibris und Schuppenwachteln. Die großen aasfressenden Truthahngeier werden sicherlich niemandem entgehen; schließlich fliegen sie ja frei in der Halle herum - aber keine Sorge, die Tiere haben sicherlich viel mehr Angst vor den Menschen als umgekehrt. Sie fliegen höchstens mal von der einen Felsspitze zur anderen, und landen sicher nicht auf den Köpfen der Besucher. Diejenigen Tiere, die für den Menschen oder andere Tiere gefährlich sind, wie etwa Rotluchse, Klapperschlangen, Skorpione, Rennkuckucke und Haubencaracaras, dürfen sich nicht frei bewegen. Sie werden in solchen Teilen der Landschaft gehalten, die sie nicht verlassen können. Trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt das typische Zoogefühl mit einzelnen Gehegen auf.

Auch Säugetiere wie die Wüstendickhornschafe trifft man in der Wüste an. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Da es in Wüsten tagsüber oft sehr heiß ist, sind viele Tierarten von Natur aus nachts aktiv. Diese werden in der Wüste dann auch in ihren kühlen Verstecken in Höhlen oder unter der Erde gezeigt. Beispiele für diese Tiere sind Buschratten, diverse Schlangen, Eulen, Raubtiere wie der Katzenfrett und die gruselige Vogelspinne sowie Skorpione und Wüstentausendfüßler. Auch Säugetiere trifft man in der Wüste an, wie etwa Wüstendickhornschafe und Halsbandpekanis. Auch den Pflanzenfreunden wird so Einiges geboten; sie kommen beim Anblick der Wüstenlandschaft, die aus zahllosen Kakteen, Agaven, Yuccas, Bäumen, Sträuchern, Palmen und einer großen Vielzahl von Kräutern besteht, sicher voll auf ihre Kosten.

In der Wüste wird von Wissenschaftlern das Skelett eines Tyrannosaurus Rex freigelegt. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Eine verunglückte Karre in der Wüste soll an die Probleme erinnern, mit denen die frühen Kolonisten zu kämpfen hatten. Klicken Sie auf das Bild, um die Ansicht zu vergrößern. Ebenso wie im Busch, findet man auch in dieser Landschaft immer wieder Spuren der Menschen. Eine verunglückte Karre beispielsweise soll an die Probleme erinnern, mit denen die frühen Kolonisten zu kämpfen hatten. An anderer Stelle wird von Wissenschaftlern das Skelett eines Tyrannosaurus Rex freigelegt. Direkt bei der Quelle eines kleinen Flüßchens steht das Waschsieb eines Goldsuchers, und etwas weiter hinauf trifft der Besucher auf eine Niederlassung mit Häusern, die im Stil der Pueblo-Indianer gebaut wurden.

Auch in der Wüste ist ein "Selbstbedienungs-Wüstenrestaurant" in die Landschaft integriert worden. Und auch hier besteht die Möglichkeit, Souvenirs (wie z. B. mexikanische Sombreros) zu erstehen und typische Speisen und Getränke zu kosten. Auf der Speisekarte finden sich so lecker klingende Gerichte wie pikante Maissuppe mit gelben Tomaten- und Tortillastücken oder auch heiße, kalte und vegetarische Tacos. Dazu kann man aus verschiedenen exotischen Säften auswählen, wie Guave, Papaya oder Maracuja.

Was wir anfangs nicht so recht glauben konnten, hat sich zu guter Letzt doch bewahrheitet: wir haben mehrere Stunden lang ein ausgedehntes, zusammenhängendes, überdachtes Gebiet "per Pedes" und ohne Schirm durchwandern können; und vor allem: es hat wirklich Spaß gemacht. Zwischendurch hätten wir manchmal fast vergessen, dass wir nur durch eine künstlich erschaffene Welt wandern.

Beim Verlassen des Geländes haben wir uns noch einmal etwas genauer umgeschaut. Dabei haben wir festgestellt, dass die Holländer uns Deutschen auf jeden Fall in einem Punkt etwas voraus haben: die behindertengerechte Einrichtung öffentlicher Anlagen. Am Eingang stehen, ähnlich wie die Einkaufswagen vor den Supermärkten, etwa 15 Pfandrollstühle, die sich bequem durch Münzeinwurf entnehmen lassen. Wegen des hügeligen Geländes ist aber sicherlich ein kräftig schiebender Helfer empfehlenswert. Behindertentoiletten sind selbstverständlich ebenfalls vorhanden.

Für unseren Geschmack hat sich dieser "Zoobesuch" tatsächlich allemal gelohnt. Wir haben uns bereits entschlossen, dass wir ihn demnächst noch einmal wiederholen werden - allerdings bei Sonnenschein, um uns auch die Wander-Safari nicht entgehen zu lassen.

© 1997-2010 Gaby & Michael Waldmann




www.fernweh.net © 2010 Gaby & Michael Waldmann