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Zu einer Stadt, die den Zusatz "Bad" in ihrem Namen trägt, gehört zwangsläufig eine Einrichtung, in
der Wasseranwendungen durchgeführt werden können. In Bad Hönningen am Rhein heißt diese Anlage
"Rheinpark-Therme" und bietet auch einen Sauna-Bereich. Ob sich ein Besuch lohnt, soll dieser Bericht
klären. Bad Hönningen liegt rechtsrheinisch zwischen Linz am Rhein und Neuwied an der B48. Die Anfahrt ist von der A3
Köln-Frankfurt (Ausfahrt Neustadt/Wied) oder der A59 Köln-Königswinter möglich. Die Autobahn geht bei Königswinter
automatisch in die B42 über. Linksrheinisch empfiehlt sich die Anfahrt über die B9 Bonn-Koblenz. In Bad Breisig
benutzt man die Autofähre, die direkt nach Bad Hönningen übersetzt. Vom Fähranleger fährt man Richtung Bad
Hönningen, im Ort ist die Rheinpark-Therme ausgeschildert. Der Parkplatz bietet ausreichend Stellfläche und ist
nur einen Steinwurf weit vom Eingang entfernt.
Nach Zahlung des Eintrittspreises bekommt man eine Magnetkarte, mit der man durch die Sperre am Eingang kommt.
Diese Karte steckt man in die Innenseite eines beliebigen Wertfaches, das man dann mit dem dazugehörigen Schlüssel
abschließt. Die Nummer des Wertfaches ist identisch mit der Nummer des Umkleideschranks. Über die Umkleiden kann
man nur sagen: vorbildlich. Der Boden ist auch mit nackten Füßen griffig und die Anlagen präsentierten sich so,
als wäre alles gerade neu eröffnet. Solche Umkleiden wünscht man sich in manchem anderen Bad. Die Umkleiden
verteilen sich auf das Erdgeschoss und die erste Etage. Wer in der ersten Etage ist, befindet sich mit wenigen
Schritten schon im Saunabereich. Will man dagegen zuerst schwimmen, muss man ein Stockwerk tiefer steigen. Aber
hier soll zunächst auf den Saunabereich eingegangen werden.
"Klein, aber fein" - das ist das Motto des Saunabereichs. Mit finnischer Sauna, Außensauna mit Terrasse,
Dampfbad, Sanarium und Tauchbecken fällt die Ausstattung des Saunabereichs im Vergleich zu anderen Anlagen eher bescheiden
aus. Dafür war der Zustand der Saunen und der sanitären Anlagen erstklassig. Wer nach dem Saunagang seinen
"Auslauf" machen möchte, ist auf die recht kleine Terrasse beschränkt. Allerdings entschädigt der tolle Ausblick
auf den Rhein und auf Bad Breisig am anderen Ufer ein wenig dafür. Duschen und Toiletten sind nach Geschlechtern
getrennt, die vorhandenen drei Duschköpfe sind für meinen Geschmack etwas knapp bemessen. Auch der Schlafraum
dürfte bei starkem Besuch schnell an seine Grenzen stoßen. Im gesamten Saunabereich ist das Rauchen verboten - mit
Ausnahme der Saunabar, an der es aber nur Getränke gibt. Eine Besonderheit ist sicherlich der Abkühlgang, in dem
man unter verschiedenen Kaltwasserduschen wählen kann. Die Benutzung von Duschgel und Seife ist in diesem Bereich
verboten.
Als Saunabenutzer kann man auch die Schwimmhalle nutzen. Dort laden ein Mehrzweckbecken, ein Bewegungsbecken
mit Massagedüsen, ein Whirlpool, ein Kaltwasserbecken sowie ein großes Außenbecken mit Strömungsdüsen zur
Benutzung ein. Um zum Außenbecken zu gelangen, muss man allerdings eine Treppe tiefer steigen. Im Sommer kann man
sich auf der Liegewiese der Sonne "aussetzen", allerdings nur in Badekleidung. Wer die Sonne an den ganzen Körper
lassen möchte, ist auf die Terrasse im Saunabereich angewiesen. Wie auch der Saunabereich, so scheint mir auch
der Textilbereich bei starkem Besuch schnell an seine Kapazitätsgrenze zu stoßen. Während meines Besuches war das
Bad nicht stark frequentiert, trotzdem war kein freier Liegestuhl mehr zu bekommen. Auch dürfte das Bad wegen
fehlender Spielmöglichkeiten für Kinder schnell unattraktiv werden. Um hier einen ganzen Tag zu verbringen, fehlt
einfach die notwendige Abwechslung.
Die Enge macht auch vor der Cafeteria nicht halt. Zwar bietet diese genügend Sitzplätze und ein angenehmes
Ambiente, allerdings zieht Zigarettenqualm direkt zum Bewegungsbecken, da dieses nur durch einige Pflanzen von
der Cafeteria abgetrennt ist. Auch das Angebot auf der Speisekarte ist recht dürftig, aber der von mir verzehrte
Kuchen war durchaus wohlschmeckend.
Fazit: Die Rheinpark-Therme in Bad Hönningen kann und will vom Angebot her sicher nicht mit den großen
familienorientierten Freizeit- und Spaßbädern konkurrieren. Dazu sind Saunabereich und Wasserflächen einfach zu
klein. Für den Saunagang "zwischendurch" oder den Sprung ins kühle Nass reicht die Anlage allemal aus.
Nicht vergessen sollte man, dass hier physikalische Anwendungen für Kurgäste durchgeführt werden. Schwerpunkt
hierbei sind chronisch-rheumatische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates, sowie die
Rehabilitation nach Unfällen und Operationen.
© 2000 Achim Klein
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der "Verkehrsamt-Kurverwaltung Bad Hönningen"
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