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Das "Monte Mare" in Rengsdorf
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Wer im Raum Koblenz/Neuwied/Westerwald wohnt und Schwimm- und Saunavergnügen sucht, der kommt am Monte Mare in Rengsdorf nicht vorbei. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz lassen aber auch auf Besucher aus weiter entfernten Gebieten schließen. Vor kurzem wurde der Saunabereich um einige weitere Angebote erweitert. Was den Besucher nach der Umgestaltung erwartet, soll dieser Bericht klären.

Die Badelandschaft Das Monte Mare findet man in Rengsdorf, einem kleinen Ort ca. 5 Kilometer nördlich von Neuwied am Rhein. Es bieten sich mehrere Anfahrtswege an. So z.B. über die A3, Anschlussstelle Neuwied (Nr. 36). Dann befindet man sich schon auf der B256, die nach Rengsdorf führt. Wer von der linksrheinischen Seite kommt, benutzt die A61 bis zur Anschlussstelle Kruft, fährt dort auf die B256 Richtung Neuwied, dann auf die B9 Richtung Koblenz und dann über die Rheinbrücke Richtung Neuwied. Auf der anderen Rheinseite geht die Schnellstraße direkt in die B256 über. Eine weitere Möglichkeit besteht über die A48, Ausfahrt Bendorf/Neuwied, dann auf der B42 Richtung Neuwied und vor Neuwied auf die B256 nach Rengsdorf. Die Einfahrt zum Monte Mare ist nicht zu übersehen. Auf dem Parkplatz finden alle Besucher ausreichend Stellfläche für ihre PKW.

Nach rund 200 Metern Fußweg vom Parkplatz aus erreicht man den Eingang. An der Kasse bekommt man einen Schrankschlüssel, die Saunabesucher erhalten zusätzlich ein Markierungsband. Dann begibt man sich eine Etage tiefer in den Umkleidebereich. Als Saunabesucher erhält man automatisch einen Schlüssel für einen Schrank in einem für Saunabesucher vorbehaltenen Bereich. Eine - wie ich finde - sehr gute Idee, da Saunagänger in der Regel keine Umkleidekabine benötigen; trotzdem sind Kabinen vorhanden. Warum wir bei unserem Besuch zwar das Markierungsband, aber Schlüssel für die "normalen" Umkleiden bekamen, bleibt wohl das Geheimnis der Dame an der Kasse. Zwischen Umkleiden und Bad findet man Duschen und WC, als Saunabesucher kann man diese allerdings ignorieren und sich direkt in den Saunabereich begeben, der gut ausgeschildert ist und zu dem eine Treppe aus dem Spaßbadbereich hinaufführt.

Die Saunalandschaft Hinter dem Eingang zum Saunabereich befindet man sich direkt im Aufenthaltsbereich mit vielen Tischen und Stühlen und einer kleinen Bar direkt rechts. Und man steht im wahrsten Sinne des Wortes direkt im größten Problem des Saunabereichs: Gastrobereich und Aufenthaltsbereich sind hier weitgehend identisch. Es gibt zwar einen Nichtraucherbereich, vielleicht sollte man aber eher einen "Raucherbereich" einrichten. So kann es passieren, dass man die Treppe aus dem unteren Bereich herauf kommt und mitten in den Rauchschwaden der anderen Gäste steht. Ich (als Nichtraucher und Saunagänger) halte das für keine optimale Lösung. Zwischen den Saunagängen hat man entweder die Möglichkeit, sich im ehemaligen Ruheraum oder eben im Gastrobereich aufzuhalten. Auch die Ablagen für Taschen - von denen es eher zu wenig gibt - sind hier zu finden. Es gibt keinen Verzehrzwang, aber laut Aushang ist "der Verzehr mitgebrachter Speisen und Getränke verboten". Auf jedem Tisch findet sich dafür eine Speisekarte. Sollen die Besucher etwa unterschwellig dazu gedrängt werden, die Speisen und Getränke des "Monte Mare" zu verzehren? Wer etwas essen und trinken möchte, der wird dies sowieso tun, auch wenn nicht ständig eine Speisekarte im Blickfeld dazu "mahnt", etwas zu bestellen. Zumindest wurden die auf Dauer sehr nervigen Durchsagen der abzuholenden Gerichte über Lautsprecher eingestellt, man bekommt seine Speisen jetzt am Tisch serviert. Diese Änderung macht den Aufenthalt direkt angenehmer. Die Speisekarte bietet eine ausreichende Auswahl an verschiedenen Gerichten für jeden Geschmack, natürlich dürfen auch hier die in der Sauna typischen Salatteller nicht fehlen. An der Sauna-Bar treffen sich die Stammgäste zum Plausch, dazu läuft das Bier frisch aus den Hähnen.

Konnte sich der Rest der Saunaanlage bisher schon sehen lassen, hat man im Zuge der Erweiterungen noch mal kräftig nachgelegt: Kräuter-Sauna, Panorama-Sauna, Aufguss-Sauna, Dampfbad, Finnische Sauna, Mental-Sauna, Caldarium, Römisches Dampfbad, Sauerstoff-Sauna und Niedertemperatur-Sauna bieten eine Menge Abwechslung für den Saunagänger. Neu hinzu gekommen sind die Pfahl-Sauna, die Arctic-Sauna und die Kristallsauna im Außenbereich. Doch ohne Wasser ist Sauna nur halb so schön. Drei Außenbecken laden zum Abkühlen und Schwimmen ein, in dem größeren kann man sogar richtig Bahnen ziehen. Das findet man nur in wenigen Anlagen. Zwei Tauchbecken, diverse Fußbäder, Whirlpools und ein Solebad runden das Wassererlebnis ab. Wer sich einmal wie im einem Gefrierfach fühlen möchte, sollte die Schneekammer aufsuchen. Bei -15°C(!) wird künstlicher Schnee erzeugt und man erlebt einen ganz neuartigen Kältereiz. Dieses Erlebnis sollte man sich nicht entgehen lassen.

Das Freibad Der Saunabereich erstreckt sich über zwei Etagen. Der untere, neuere Bereich ist im römischen Stil gehalten und wird mit sanfter Hintergrundmusik "berieselt". Saunakabinen, sanitäre Anlagen und Duschen sind auf dem neuesten Stand. Den ehemaligen, viel zu kleinen Ruheraum hat man zu einem Aufenthaltsraum mit Stühlen und Tischen umfunktioniert. Dafür hat man bei den neuen Ruheräumen richtig "geklotzt". Diese hat man in einen Ruheraum und einen Schlafraum unterteilt. Hier stehen dem Ruhesuchenden stabile Liegen und sogar drei Wasserbetten zur Verfügung. An den Betten und einigen Liegen findet man Kopfhörer, über die man verschiedene Musikprogramme hören kann. Während meines Aufenthaltes lief sogar eine Anleitung zum autogenen Training!

Die Röhrenrutschen Bei schönem Wetter wird man sich wohl hauptsächlich im großzügigen Freigelände aufhalten. Abgeschirmt gegen Einblicke von außen und mit einem schönen Ausblick (nur etwas gestört durch einen Strommast) kann man hier die gute Westerwald-Luft genießen. Auch hier steht eine ausreichende Anzahl an stabilen Liegen zur Verfügung, die teilweise über einen eingebauten Sonnenschirm verfügen. Eine Besonderheit ist die Saline, in der über Reisig tropfendes Salzwasser die Luft mit Salz anreichert. Auf einigen Bänken direkt davor kann man diese dann einatmen. Besonders gut gefallen hat uns die Solegrotte. Hier kann man die durch eine Saline erzeugte, salzhaltige Luft einatmen und gleichzeitig die gesundheitsfördernde Wirkung der Sole auf den Körper, unterstützt durch Sprudeldüsen, genießen. Den Besuch der Sole-Grotte sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Leider weist nur ein Hinweisschild am Eingang zu den neuen Ruheräumen den Weg zur Sole-Grotte, deshalb werden viele Gäste den Weg dorthin gar nicht oder nur zufällig finden.

Neben dem Saunabereich bietet das Monte Mare auch einen großen Spaßbadbereich. Wellenbecken, Whirlpool, Kindererlebnisbereich, Animationsprogramme, Erlebnisrestaurant und als besondere Attraktion zwei Röhrenrutschen von 140 und 70 Metern Länge sorgen für genügend Abwechslung während des Aufenthaltes. Bei starkem Besuch scheint uns jedoch die Kapazität des Bades etwas unterdimensioniert zu sein.

Fazit: Am Monte Mare gibt es nur wenig zu kritisieren. Die Anlage bietet Saunavergnügen, das auch in der weiteren Umgebung sicherlich seinesgleichen sucht. Der Saunabereich hat durch die Umgestaltung und das erweiterte Angebot nochmals an Attraktivität zugelegt. Allerdings sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen, um zumindest einen Teil der Sauna-Attraktionen kennen zu lernen. Wie in so vielen Freizeitbädern, fällt allerdings auch hier das Spaßbadangebot gegenüber dem Saunaangebot ab. Bei den moderaten Eintrittspreisen wird sich sowohl der Saunagänger als auch der Besucher des Erlebnisbades hier (fast) wie im Paradies fühlen.

© 2002 Achim Klein
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der "monte mare Bäder Betriebs GmbH"




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