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Das "Aquarena Saunabad" in Solingen
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Bild Das "Aquarena Saunabad" in Solingen behauptet von sich, eine der schönsten Sauna-Anlagen Deutschlands zu sein, die auf über 2500 m² Entspannung und Erholung bietet. Für uns war das Grund genug, dem Bad einen Besuch abzustatten, um uns unsere ganz persönliche Meinung zu bilden. Wären wir nicht durch die recht vollmundige Aussage fest vom Gegenteil überzeugt gewesen, hätten wir hinter der eher unscheinbaren Fassade eine kleine Privat-Sauna in einem Einfamilienhaus vermutet. Auch der Parkplatz vor dem Haus bietet nur Stellfläche für einige wenige Autos. Da das Saunabad aber in einer ruhigen Gegend liegt, finden sich am Straßenrand ausreichend Parkmöglichkeiten. Die verschlossene Eingangstür öffnet sich uns sofort nach einem Druck auf den Klingelknopf. Im Innenbereich erblicken wir überraschenderweise eine urig eingerichtete Gaststube mit gemütlichen Sitzecken und zwei lodernden Kaminfeuern. Wären da nicht die mit Bademänteln bekleideten Gäste, hätten wir sicher vermutet, uns in der Eingangstür geirrt zu haben.

Bild An der Bartheke befindet sich auch gleichzeitig die Rezeption, an der wir unsere nummerierten Schrankschlüssel sowie eine Verzehrkarte erhalten. Der Gesamtbetrag ist erst beim Verlassen des Bades zu zahlen. Erfreulicherweise müssen die Gäste also während ihres Aufenthaltes nicht mir Bargeld hantieren, wenn auch die Verwendung einer Verzehrkarte nicht gerade die modernste Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs darstellt. Da das Haus an einem Hang gelegen ist, gelangt man zum Saunabereich über eine Treppe, die eine Etage hinabführt. Die auf der Treppe abgestellte Kiste mit frischen Salatköpfen lässt uns etwas schmunzeln, macht uns aber auch neugierig auf das Speiseangebot in der Gaststube. Der für Frauen und Männer gemeinsame Umkleidebereich ist sauber und ausreichend groß, da es jedoch keine Umkleidekabinen gibt, gestaltet sich das Umziehen durch abgesehen von ein paar Hockern nicht vorhandene Sitz- und Ablagemöglichkeiten unnötig kompliziert.

Bild Vom Umkleidebereich aus gelangt man durch eine Tür direkt in den wirklich schön gestalteten Innenbereich der Anlage, in dem sich zwei gemeinsame Duschräume mit modernen, hervorragend funktionierenden Duschen befinden. Des Weiteren gibt es hier eine nett gestaltete Ecke mit einer ausreichenden Anzahl an Fusswärmbecken, sowie reichlich Sitz- und Ablagemöglichkeiten, sodass es kein Problem ist, seine Taschen zu verstauen oder seine Tücher oder Bademäntel aufzuhängen. Ebenfalls im Innenbereich befindet sich eine 90 °C heiße gasgefeuerte Sauna; Es handelt sich dabei um eine automatische Aufgusssauna, in der stündlich Aufgüsse mit ätherischen Ölen und erhöhter Sauerstoffzufuhr stattfinden. Weitere Saunen findet man im Innenbereich nicht. Dafür gibt es zwei großzügige Ruheräume mit ausreichend Liegemöglichkeiten; sogar Decken liegen für die ruhesuchenden Saunagäste bereit.

Bild Im nett angelegten, grünen Außenbereich der Anlage befinden sich neben einem römisch-irschen Grottendampfbad, einem sanften Käuterbad und einem Bio-Dampfbad mit Aroma-Therapie noch drei weitere Saunen. Eine Besonderheit stellt dabei zweifellos die finnische Erdsauna dar, in der man in wirklich uriger Atmosphäre bei über 110 °C schwitzen kann. Da die Sauna vom Erdreich umgeben ist, strahlen die Wände eine angenehme Kühle ab, sodass die hohe Temperatur durchaus noch angenehm ist. Der lodernde Kamin sorgt zusätzlich für eine gemütliche Stimmung. Des Weiteren gibt es eine elektrisch gefeuerte 80 °C heiße finnische Blocksauna mit Farblichttherapie. Durch die relativ geringe Temperatur und die zusätzlich mit Sauerstoff angereicherte Luft, bietet sie sich auch denjenigen für einen längeren Saunaaufenthalt an, die von der Wirkung der Farben nicht überzeugt sind. Die größte Sauna im Außenbereich ist eine in zwei Schwitzkästen unterteilte gasgefeuerte Blocksauna mit einer Temperatur von 90 °C. Hier findet zu jeder halben Stunde ein automatischer Aufguss und von 14 bis 22 Uhr zu jeder vollen Stunde ein Handaufguss statt. Das wechselnde Aufgußprogramm ließ uns schon durch so phantasievolle Namen wie Haribo-Aufguss oder Hawaii-Aufguss neugierig werden. Was uns 1998 bei unserem ersten Besuch vom Saunameister geboten wurde, war jedoch mehr als enttäuschend. Die Lustlosigkeit und Schweigsamkeit, mit der er die Aufgüsse durchführte, ist wohl kaum noch zu überbieten. Entsprechend war auch das Ergebnis, das uns selbst auf der obersten Bank kaum ins Schwitzen brachte. Eine andere Erfahrung machten wir bei unserem zweiten Besuch im Jahr 2001, bei dem der Saunameister uns selbst auf der mittleren Bank richtig ins Schwitzen brachte.

Bild Wer sich zwischen oder nach den Saunagängen etwas erfrischen möchte, findet im Außenbereich neben einem 38 °C warmen Whirlpool auch ein beheiztes Schwimmbad mit einer Gegenstromanlage, das durchaus ausreichend groß ist, um textilfrei ein paar Runden zu drehen. Für die richtige Abkühlung nach dem Saunabad gibt es zusätzlich ein Tauchbecken und einen Wasserfall. Selbstverständlich findet sich in der Anlage auch ein Sonnenstudio, in dem der Besucher seine verblasste Urlaubsbräune ein wenig auffrischen kann. Was das leibliche Wohl der Besucher angeht, so hält die Küche durchaus, was das gemütliche Ambiente verspricht. Bei der reichhaltigen Auswahl an kleineren und größeren Gerichten, die zu durchaus fairen Preisen angeboten werden, ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Auch die Bedienung ist freundlich und schnell.

Fazit: Das "Aquarena Saunabad" ist kein Spaßbad, sondern ein reines Saunabad und daher für einen aufregenden Familienausflug sicher nicht die richtige Wahl. Wer jedoch etwas für seine Gesundheit tun oder sich einfach in angenehmer Atmosphäre beim Saunabaden entspannen möchte, dem können wir die Anlage nach unserem zweiten Aufgusserlebnis inzwischen uneingeschränkt empfehlen.

© 1998-2001 Gaby Franken & Michael Waldmann
Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung des "Aquarena Saunabades"




www.fernweh.net © 2008 Gaby & Michael Waldmann